Interview mit mir selbst

Interview

Warum ich Interviews mit mir selbst führe

Warum ausgerechnet Interviews? Über ein etwas selbstbezogen wirkendes Format, kritische Fragen, KI als Interviewer und den Versuch, meine eigenen Gedanken zu sortieren.

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Warum überhaupt ein Interview mit dir selbst?

Ich lese selbst sehr gerne Interviews. Sie haben eine klare Struktur und ich finde das Frage-Antwort-Spiel interessanter zu lesen als einen langen Blocktext.

Letztlich ist es für mich aber vor allem ein Stilmittel, um meine eigenen Gedanken zu strukturieren. Eine konkrete Frage gibt einen Rahmen vor, innerhalb dessen ich meine Gedanken formulieren muss.

Vielleicht etwas peinlich: Wenn ich mal nicht einschlafen kann, führe ich im Kopf auch schon mal ein Interview mit mir selbst. Dann versuche ich, meine Gedanken auf irgendein möglichst einschläferndes Thema zu lenken.

Das Interviewformat gab es bei mir also irgendwie schon, bevor es diesen Blog gab.

Aber stellst du dir dann nicht einfach die Fragen, die du gerne beantworten möchtest?

Die Gefahr besteht tatsächlich.

Gerade deshalb möchte ich transparent machen, woher die Fragen eines Interviews kommen und wie sie entstanden sind. Wenn die Fragen von einer KI gestellt werden, soll diese außerdem immer die Anweisung bekommen, meine Antworten kritisch und auch unbequem zu hinterfragen.

Natürlich löst das das grundsätzliche Problem nicht vollständig. Ich könnte kritische Fragen trotzdem weglassen.

Aber letztlich könnte ich meine Meinung genauso in einem gut geschriebenen klassischen Blogartikel verpacken und dort kritische Punkte einfach verschweigen. Das Problem ist also nicht exklusiv dem Interviewformat vorbehalten.

Vielleicht macht ein Interview sogar etwas sichtbarer, welche Fragen gestellt wurden – und welche Positionen ich anschließend dazu einnehme.

Ist „Interview mit mir selbst“ nicht ziemlich arrogant?

Kann ich verstehen.

Wenn jemand eines meiner Interviews liest und sich anschließend denkt: „Wie arrogant kann man eigentlich sein? Gleich fängt er noch an, von sich in der dritten Person zu sprechen“, kann ich ihm das nicht einmal wirklich übel nehmen.

Auch deshalb gibt es dieses Interview hier. Ich möchte transparent machen, warum ich mich für dieses Format entschieden habe.

Ich möchte ein etwas verspielteres Format ausprobieren, das eben nicht typisch für einen persönlichen Blog ist. Vielleicht gibt es noch mehr Menschen wie mich, die gerne Interviews lesen und deren Struktur schätzen.

Für mich ist es deshalb zunächst ein bewusst gewähltes Stilmittel.

Aber wer weiß: Vielleicht steckt doch mehr Eitelkeit in mir, als ich mir selbst eingestehe.

Dann bin ich gespannt, ob mir dieses Format im Laufe der Zeit vielleicht sogar zu mehr Selbstreflexion verhilft.

Muss denn jeder dieses Konzept verstehen?

Nein.

Ich bewerte seit ungefähr 20 Jahren auf IMDb jeden Film, den ich gesehen habe. Auf Letterboxd habe ich ebenfalls schon Reviews veröffentlicht. Abgesehen von ein paar Freunden wird davon vermutlich kaum jemand Notiz genommen haben.

Das stört mich aber nicht.

Für mich ist ein Film, eine Serie oder ein Spiel manchmal erst richtig abgeschlossen, wenn ich meine Meinung zu dem Werk verschriftlicht habe.

Der Blog ist daher vielleicht in erster Linie ein Mittel, um meine Gedanken zu sortieren und festzuhalten.

Wenn sich dann noch Menschen finden, die das Format spannend finden und gerne an meinem Gedankenprozess teilhaben möchten, würde mich das zusätzlich freuen.

Aber die Existenzberechtigung des Blogs hängt für mich nicht davon ab.

Warum lässt du die Fragen von einer KI stellen?

Nicht zwingend alle.

Die KI ist für mich eine mögliche Form des Interviewers. Ich kann mir genauso vorstellen, irgendwann einen echten Gastinterviewer zu haben. Und wenn mein Gedankenkonstrukt zu einem Thema schon sehr fortgeschritten ist und ich auf bestimmte Punkte hinaus möchte, kann ich die Fragen auch selbst formulieren.

Bei einer KI finde ich vor allem zwei Dinge interessant.

Zum einen erhoffe ich mir, dass sie Widersprüche in meinen Antworten besser erkennt und entsprechend nachhakt.

Zum anderen gefällt mir der gewisse Kontrollverlust. Ich weiß vorher nicht genau, welche Frage als Nächstes kommt und in welche Richtung sich das Gespräch dadurch entwickelt.

Natürlich ist dieser Kontrollverlust begrenzt. Schließlich gebe ich das Thema vor und kann der KI beispielsweise ausdrücklich sagen, dass sie kritisch nachfragen soll.

Trotzdem kenne ich die nächste Frage nicht. Und genau das finde ich spannend.

Aber wie kritisch kann eine KI wirklich sein?

Das wird sich zeigen müssen.

Die Anweisung, meine Antworten kritisch und unbequem zu hinterfragen, garantiert natürlich nicht, dass daraus automatisch ein schonungsloses Interview entsteht.

Und am Ende habe ich weiterhin die Kontrolle über meinen eigenen Blog. Ich könnte eine unangenehme Frage einfach löschen und niemand würde davon erfahren.

Das möchte ich allerdings nicht.

Wenn mir eine Frage zu sehr in mein Privatleben geht, behalte ich mir selbstverständlich vor, sie nicht zu beantworten. Dann würde ich die Frage aber nicht aus dem Interview entfernen. Meine Antwort wäre stattdessen sinngemäß: „Das möchte ich nicht beantworten.“

Generell bin ich ein Fan von Transparenz – gerade beim Einsatz von KI.

Ein kritisches Interview ist schließlich wenig wert, wenn ich hinterher einfach alle Fragen entferne, die mir nicht gefallen haben.

Und wenn die KI deine Antworten anschließend schöner formuliert?

Das ist für mich tatsächlich einer der Punkte, bei denen ich noch nicht abschließend weiß, wie ich damit umgehen werde.

Ich bemühe mich bei diesen Interviews, meine Antworten relativ spontan niederzuschreiben – ähnlich wie ich sie in einem echten Gespräch geben würde.

Dabei entstehen zwangsläufig sprachliche Fehler, Wiederholungen oder etwas krumme Sätze. Ich glaube nicht, dass einem Leser damit geholfen ist, sich durch diese Fehler hindurcharbeiten zu müssen.

Auch ein verschriftlichtes Interview in einer Zeitung bildet schließlich nicht jedes Zwischenwort exakt so ab, wie es im Gespräch gefallen ist. Antworten werden redaktionell geglättet.

Ähnlich möchte ich es hier handhaben.

Nach dem Interview lasse ich mir eine sprachlich überarbeitete Fassung vorlegen und reviewe diese anschließend selbst. Entscheidend ist für mich die Frage: Erkenne ich mich in den Formulierungen und im Wortlaut noch wieder?

Die KI darf einen krummen Satz geradeziehen. Sie sollte mir aber nicht nachträglich eine brillante Argumentation in den Mund legen, auf die ich selbst während des Interviews überhaupt nicht gekommen bin.

Wo genau diese Grenze verläuft, weiß ich noch nicht.

Ich gebe zu: Das ist ein schmaler Grat.

Was passiert, wenn das Interviewformat irgendwann nicht mehr funktioniert?

Dann funktioniert es eben nicht mehr.

Aktuell finde ich das Format und die bisherigen Ergebnisse spannend. Solange ich meine eigenen Interviews gerne lese, halte ich das Format für gelungen.

Ich möchte aber nicht dogmatisch daran festhalten.

Wenn ich irgendwann einen klassischen Blogartikel veröffentlichen möchte, dann werde ich das tun. Vielleicht schreibe ich irgendwann auch ein Gedicht oder eine Kurzgeschichte. Wer weiß.

Der Blog ist hauptsächlich erst einmal ein Projekt für mich selbst. Also möchte ich dort auch das machen, was mir Spaß macht.

„Interview mit mir selbst“ beschreibt die grundlegende Idee dieses Blogs. Es soll aber kein Regelwerk sein, dem ich mich anschließend selbst unterwerfen muss.

Was wäre, wenn du diese Interviews in zehn Jahren noch einmal liest?

Das fände ich wahnsinnig spannend.

Bei manchen Filmen hat sich meine Meinung tatsächlich verändert, nachdem ich sie zehn oder zwanzig Jahre später noch einmal gesehen habe.

Und das finde ich völlig legitim.

Ich bin heute schließlich nicht mehr derselbe Mensch wie damals. Jeder Mensch entwickelt sich weiter und damit verändert sich auch die Rezeption von Kunst.

Vielleicht lese ich also irgendwann ein altes Interview und denke: „Was habe ich denn damals für einen Quatsch erzählt?“

Aber dann kann ich hoffentlich anhand meiner damaligen Antworten nachvollziehen, warum ich zu diesem Zeitpunkt so gedacht habe.

Vielleicht bleibt meine Meinung auch exakt dieselbe.

Beides fände ich interessant.

Und wenn ich einen Film, eine Serie oder ein Spiel Jahre später völlig anders wahrnehme, gibt es eben ein ReReview.

Natürlich als Interview.

Zumindest solange ich bis dahin noch Spaß daran habe.


Wie ist dieses Interview entstanden?

Die Fragen dieses Interviews wurden von ChatGPT auf Basis meiner vorherigen Antworten generiert. Dabei hatte die KI ausdrücklich die Aufgabe, meine Aussagen kritisch zu hinterfragen und auch unbequeme Fragen zu stellen.

Meine Antworten habe ich spontan selbst formuliert. Anschließend wurde das gesamte Interview mit Unterstützung von ChatGPT sprachlich überarbeitet, gekürzt und strukturiert.

Die finale Fassung wurde von mir geprüft. Entscheidend ist für mich dabei, dass die Aussagen meine eigenen bleiben und ich mich in den Formulierungen weiterhin wiedererkenne.